„Ostercappeln aktuell“

Erschienen im ELK in Nr.1607 Wo.24 am 19.06.2021

Erwartungsvoll haben wir dem Linden-, Eichen-, Kastanien- Blatt vom 3. Juni ein vierseitiges und in Farbe gedrucktes Informationsblatt mit dem Titel „Ostercappeln aktuell“ entnommen.

Wir hatten in der Vergangenheit bei der Gemeinde darum gebeten, öffentliche Sitzungen zumindest in der Corona Zeit auch digital zu übertragen, damit interessierte Bürger*innen die Möglichkeit haben, über geplante Änderungen im Ort informiert zu sein. In anderen Gemeinden ist das bewährte und gängige Praxis, allerdings hat die Verwaltung Ostercappeln die Anfrage mit Verweis auf die begrenzten technischen Möglichkeiten verneint.

Nun also stattdessen immerhin ein gedrucktes Informationsblatt, das durch die Verbreitung des ELK-Blattes die meisten unserer Haushalte erreicht und über den Status der wesentlichen Projekte informiert – so zumindest unser Gedanke …

Umso überraschter waren wir, als sich bei genauerer Betrachtung diese Beilage mit dem Gemeindelogo „RUNDUM GUTE AUSSICHTEN – Ostercappeln“ dann als Werbung der CDU entpuppte!

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Noch dazu im Wahljahr …

Neben einer Aufzählung von Projekten, die unter CDU Führung in der jüngeren Vergangenheit realisiert wurden, wird auf der letzten Seite der werblichen Beilage auch die umstrittene Realisierung des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB), direkt vor dem Krankenhaus, beworben und mit schlankem innergemeindlichen Zubringerbusverkehr zum Krankenhaus begründet.

Im Mittelteil des Flyers wird den Leser*innen der Bundestagsabgeordnete der CDU für den Wahlkreis Osnabrück-Land näher gebracht. Zum einen im Bild als ganzseitige Darstellung, zum anderen mit seinen Gedanken, welches seiner Meinung nach die großen Aufgaben der Zukunft seien und dass die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen.

Auf der ersten Seite wird unter dem Titel „Gewerbeentwicklung Ostercappeln“ inhaltlich das wiederholt, was der Bürgermeisterkandidat der CDU bereits mit seinem Leserbrief im ELK-Blatt vom 01.05.2021 zum Ausdruck bringen wollte.

Ergänzt um ein Foto der Häcker Fabrik aus einer eher zurückhaltenden Perspektive wird bei den Bürger*innen nachträglich um Verständnis geworben, dass derartige großformatige industrielle Ansiedlungen wohl ein probates Mittel seien, notwendige andere Projekte der Gemeinde sowie weitere kostenträchtige Entscheidungen zu finanzieren.

Quasi die einzige Möglichkeit, nicht als Gemeinde in ein wirtschaftliches Schattendasein zu verfallen und der, so Zitat, „Kranke Mann im Wittlager Land“ zu werden.

Andererseits wird allerdings für die angestrebte Erweiterung des Gewerbegebietes auch wiederholt versprochen, eine kleinteilige Vermarktung zur Berücksichtigung der zahlreichen einheimischen Betriebe zu realisieren.

Die kleinteilige Vermarktung ist nicht zuletzt auch eine Forderung der Bürgerinitiative VENNERESCH, sollte es zu einer Erweiterung kommen. Durchaus erachtet die Bürgerinitiative die langjährige gewachsene Gewerbestruktur als wichtig für unsere Gemeinde, als Dienstleister*innen für unsere Bürger*innen, als Arbeitgeber*in für unsere Einwohner*innen.

Allerdings sollte gerade deshalb keine weitere Großfläche einer industrieähnlichen Nutzung freigegeben werden, sondern eine eventuelle Erweiterung sollte bewusst kleinteilig gehalten werden. Nur so kann damit einer Vielzahl von kleineren Betrieben die Chance gegeben werden, sich an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen.

Natürlich ist nachvollziehbar, dass die Dauer bis zur endgültigen Vermarktung der Gesamtfläche so länger dauern wird – ein Umstand, der zugunsten der langfristigen strategischen Entwicklung der Ortschaft sicher gerne von den Bürger*innen in Kauf genommen werden wird.

Diese wiederholte Willensbekundungen der Politiker zur kleinteiligen Vermarktung nehmen wir als Bürger*innen daher sehr ernst.

Als Bürger*innen können und werden wir die Politik an ihren Aussagen messen.

Sollte die nahezu angestrebte Verdopplung der Gewerbefläche wieder auf einen Schlag vergeben werden, wäre die absehbare Folge, dass danach dann erneut mit Begründung der örtlichen Gewerbetreibenden wieder ein zusätzliches Gewerbegebiet erforderlich wäre.

Vernunft und Augenmaß ist also gefragt, um die Entwicklung des einst idyllischen Ortes auch zukunftsfähig und nachhaltig für unsere Folgegenerationen zu lenken.

Auf unsere Frage an die Gemeinde, in welcher Größenordnung denn die Küchenfabrik zur Kostendeckung der Gemeindebelange beitrage, wurde ausweichend sinngemäß geantwortet, dass man nicht per Glaskugel in die Zukunft sehen könne …

Ein Betrieb, der keine Gewinne erzielt, muss keine Gewerbesteuer abführen …

Dass die vielfältige Struktur unserer vielen örtlichen kleineren Betriebe jedoch absolut wichtig für uns als Bürgerschaft, aber auch finanziell für die Gemeinde ist, ist offensichtlich.

Für diese Sicht in die Zukunft ist nicht einmal eine Glaskugel erforderlich!

Keinesfalls zielführend erscheint uns als Bürgerinitiative jedoch die weitere Ansiedlung von Großbetrieben mit industrieller Produktion.

In diesem Zusammenhang erinnern wir uns an einen Spruch der Cree-Indianer:

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Wir, die Bürgerinitiative VENNER ESCH sind nicht nur eine Handvoll besorgter direkter Anlieger*innen an das Plangebiet.

Wir sind inzwischen eine starke Gemeinschaft, die sich verantwortlich fühlt, die weitere Entwicklung unseres Ortes aktiv mit zu gestalten. Mittlerweile haben sich mehr als 100 eingetragene Mitglieder*innen zusammen gefunden.

Zudem liegen uns schriftliche Zusprüche (in Papierform oder elektronischer Form) von über 120 Menschen vor.

Diese Zahlen bestätigen uns in der Überzeugung, dass wir uns als Bürger*innen stärker einbringen sollten und müssen, um die Zukunft unseres Ortes und unsere weitere Perspektive aktiv mit zu gestalten.

Wenn auch Sie Einfluss nehmen möchten und ähnlich wie wir denken, melden Sie sich gerne per Email:

wirwollendasnicht@web.de oder wählen Sie das Kontaktformular auf unserer Homepage:

Dort finden sie auch die Rufnummer für eine telefonische Kontaktaufnahme.

Herzliche Grüße aus dem schönen Osnabrücker Land, Ihre BI Venner Esch


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