So sind die Unterschiede…

Erschienen im ELK 11.09.2020 in der Woche 37, Ausgabe 1569 als Leserbrief anstatt von der Bürgerinitiative VennerEsch.

Zum Artikel von Guido Pott, MdL, Mitglied im Auschuss für Umwelt, Energie, Bauen und KlimaschutzMit Begeisterung konnten wir im Kastanienblatt 1567 vom 28.08.2020 lesen, dass in Wallenhorst ein Plaggeneschzentrum entstehen wird. Dieses und weitere Projekte werden im Naturpark TERRA.vita durch das Niedersächsische Umweltministerium für die nächsten Jahre gefördert. Laut Guido Pott trägt die finanzielle Unterstützung der besonderen Bedeutung des genannten Naturparks Rechnung. Das Informations- und Erlebniszentrum sowie ein „Plaggenpfad“ bereichern die benachbarte Gemeinde durch Einblicke in die Kulturhistorik. Auch die wissenschaftliche Betreuungdurch die Hochschule Osnabrück unter der Federführung von Prof. Dr. em. Klaus Mueller unterstreicht die Wichtigkeit.Wiederholend und ergänzend zu unseren Erläuterungen zu Eschböden im Kastanienblatt vom 07.08.2020 darf aus dem Artikel zitiert werden: „Die Plaggenwirtschaft ist eine weltweit einzigartige historische Landnutzungsform, die weite Teile Nordwestdeutschlands intensiv geprägt hat.“ „Im Laufe mehrerer Jahrhunderte entstand so eine Bodenschicht, die über die umgebende Geländehöhe hinauswuchs und noch gegenwärtig als sogenannte Eschkante zwischen den Feldern erkennbar ist.“ Die „so entstandenen Böden besitzen – im Vergleich zu dem darunter liegenden Sandboden – ein stark gesteigertes Vermögen, Wasser und Kohlenstoff zu speichern und sind deshalb auch besonders schützenswert, aufgrund ihrer Lage aber häufig durch Überbauung gefährdet.“Der Plaggenesch – Boden des Jahres 2013Die Vielfalt der Böden in Deutschland ist groß. Um mehr Licht in die Welt unter unseren Füßen zu bringen, wird jedes Jahr am 5. Dezember, dem Internationalen Tag des Bodens, der „Boden des Jahres“ vorgestellt. Welcher Boden gekürt wird, entscheidet ein Fachgremium. Neben Namen und Verbreitung werden historische Fakten, die vorherrschende Nutzung und aktuelle Nöte der jeweiligen Böden präsentiert.Der Plaggenesch ist Zeuge einer historischen Wirtschaftsweise des Menschen, bei der arme Böden oberflächlich „abgeplaggt“, im Tierstall mit Dung vermischt und dann auf der „Esch“ verteilt wurden. Das ermöglichte Roggenanbau auf vormals verarmten Böden, hinterließ aber auch weite Heideflächen oder Wanderdünen abseits der Küsten. Der internationale Name (nach World Reference Base for Soil Resources, WRB) des Plaggeneschs ist Plaggic Anthrosol. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseitehttps://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/kleine-bodenkunde/boden-des-jahresAuch „der niedersächsische Heimatbund bewertet die Lechtinger (Ortsteil von Wallenhorst) Plaggenlandschaft als historische Kulturlandschaft mit landesweiter Bedeutung.“ Laut Guido Pott (MdL) hob auch Staatssekretär Frank Doods die kulturhistorische Bedeutung der Plaggenwirtschaft rund um Lechtingen deutlich hervor.Ostercappeln liegt wie unsere Narbargemeinde im Naturpark TERRE.vita, wie ein Blick auf die Homepage der Gemeinde zeigt.Ostercappeln im Naturpark TERRA.vitaDer Naturpark erstreckt sich in Form von zwei schmalen grünen Bändern über die Kämme des Teutoburger Waldes und des Wiehengebirges. Über 900 qkm seiner Fläche liegt im Osnabrücker Land in Niedersachsen. Die Bezeichnung für den Gesamtbereich lautet: Naturpark Terravita Nördlicher Teutoburger Wald/ Wiehengebirge. Leider wird die hohe Wertigkeit und (historische) Bedeutung des Plaggeneschbodens von Verwaltung und Rat in unserer Gemeinde nicht als sehr schützenswert gesehen. Industrieprojekte haben in der Gemeinde Ostercappeln in der Ortschaft Venne Vorrang. Wir sollten alle einmal über die indianische Weisheit nachdenken: Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geliehen (oder geborgt).


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